24. November 2022

Ruf nach gesetzlichen Klarstellungen im Sorge- und Umgangsrecht

eaf Pressemitteilung vom 24.11.2022

eaf weist zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen auf Defizite bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention hin

Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie (eaf) macht sich stark für den Schutz und die Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern. „Deshalb haben wir aktiv an den Handlungsempfehlungen des Deutschen Vereins zu diesem Themenfeld mitgearbeitet. Diese verstehen wir als Aufforderung an den Gesetzgeber“, betont Svenja Kraus, Bundesgeschäfts­führerin der eaf und erläutert: „Der Umgang mit beiden Eltern dient in der Regel dem Wohl des Kindes, das ist richtig und steht so im Gesetz. Das Miterleben häuslicher Gewalt aber hat erhebliche negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und ist ein gewichtiger Anhaltspunkt für Kindeswohlgefährdung. Wir wollen Richter:innen darin stärken, sehr kritisch zu prüfen, ob Kinder nach einer Trennung mit einem Vater Umgang haben sollten, der gegenüber der Mutter des Kindes Gewalt ausgeübt hat.“ Kraus‘ Forderung ist deutlich: „Der Schutz des Kindes muss im Vordergrund stehen und nicht die Rechte des Täters. Das wird in der Praxis viel zu oft übersehen.“

Mit der Ratifizierung der Istanbul-Konvention (IK) hat Deutschland sich verpflichtet, Vorfälle häuslicher Gewalt bei sorge- und umgangsrechtlichen Entscheidungen zu berücksichtigen. Die Ausübung des Sorge- und Umgangsrechts darf Rechte und Sicherheit des Opfers oder des Kindes laut Artikel 31 der Konvention nicht gefährden. Das ist aus Sicht von GREVIO, einem Exper­tengremium des Europarates, in der deutschen Praxis allerdings nicht ausreichend der Fall.

„Die Antwort der Bundesregierung auf den GREVIO-Report geht auf die angemahnten Defizite bei der Umsetzung von Artikel 31 Istanbul-Konvention aber gar nicht ein“, bemängelt Kraus. „Die in dieser Legislaturperiode anstehende Reform des Kindschaftsrechts muss dringend zur Stärkung des Gewaltschutzes nach Trennung und Scheidung genutzt werden!“

 

Ansprechpartnerin: Sigrid Andersen, E-Mail: andersen(at)eaf-bund.de

Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf) ist der familienpolitische Dachverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Interessen der Evangelischen Familien­bildung werden in der eaf vom Forum Familienbildung vertreten.

01. Oktober 2026 Stellungnahme von cara*SH

Für die Stärkung der Rechte von Sexarbeitenden

mehr
28. September 2026 Safe Abortion Day 2026

Für sexuelle Selbstbestimmung und reproduktive Rechte

mehr
22. September 2026 - 29. September 2026
Flensburg, Segelschiff Providentia KlimaTeamer*innen & Friends-Törn

Eine Woche Segeln auf der Providentia.

mehr
21. September 2026 Landesfrauenrat M-V:

Gleichstellung muss Teil der neuen Regierungsagenda werden

mehr
20. September 2026 Gemeinsam für Demokratie, Vielfalt und Gerechtigkeit

Wahlaufruf der katholischen und evangelischen Kirchen sowie der jüdischen und muslimischen Gemeinden

mehr
08. September 2026 Gottesdienstentwurf zum Welt-Alzheimertag 2026 veröffentlicht

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD (EAfA) stellt Gemeinden und Einrichtungen einen neuen Gottesdienstentwurf zum Welt-Alzheimertag 2026 zur Verfügung.

mehr
04. September 2026 Noch Plätze frei: Qualifizierungskurs „älterwerden.endlich.leben“

Für die digitalen Module sind noch Anmeldungen möglich, in einigen Präsenzseminaren stehen nur noch wenige Restplätze zur Verfügung.

mehr
02. September 2026 Wechsel in der Fachstelle Familien der Nordkirche

Zum 1. September übernimmt Hanna Fuchs die Stelle der Referentin der Fachstelle Familien der Nordkirche. Ihr Dienstsitz wird in Kiel sein. Wir freuen uns sehr, Hanna Fuchs in ihrer neuen Aufgabe willkommen zu heißen und wünschen ihr für den Start…

mehr
02. September 2026 Veränderungen in der Fachstelle

Fachstelle Ältere wieder an zwei Standorten vertreten

mehr
25. August 2026 Säen und ernten, wachsen und werden

Verabschiedung von Petra Müller in die nachberufliche Zeit

mehr