Interner Bereich
01. Juni 2021

Pressemitteilung der eaf - Mehr Zeit für soziale und außerschulische Erfahrungen

Druck rausnehmen!

eaf fordert anlässlich des Internationalen Kindertags mehr Zeit für soziale und außerschulische Erfahrungen

 

Die Corona-Pandemie hat Kindern und Jugendlichen viel abverlangt. Sie haben sich nach Kräften mit der ungewöhnlichen Situation arrangiert, auf Kontakte, Sport- und Freizeitan­gebote verzichtet und dabei versucht, schulisch am Ball zu bleiben. Mit einem Aufholprogramm will die Bundesregierung sie nun stärken und fit machen für die Zukunft. Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie (eaf) begrüßt das Anliegen der Regierung, insbesondere, da neben dem schulischen Aufholen auch Ferienfreizeiten und außerschulische Angebote gefördert werden. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass die Debatte in den Schulen und Kultus­ministerien zu stark auf das Schließen der schulischen Lernlücken abzielt. Dadurch werden Kinder einseitig vor allem als Schüler*innen wahrgenommen. Die Perspektive der Kinder und Jugendlichen, ihre Situation in der Pandemie, sollte im Hinblick auf Entwicklungsprozesse und psychische Gesundheit ganzheitlich in die Bildungsdebatte eingebracht werden, gerade auch durch das „Jugendministerium“, dass das BMFSFJ auch ist.

eaf-Präsident Dr. Martin Bujard stellt fest: „Der defizitorientierte Blick auf fehlenden Lernstoff schwächt unnötig das Selbstvertrauen der Kinder und verunsichert sie. Dabei haben die Kinder viel geleistet und durch ihren Verzicht auf Bildung und auf Kontakte zu Gleichaltrigen in der Krise Solidarität geübt. Aus unserer Sicht kommt es nun darauf an, den Kindern und Jugendlichen erst einmal Zeit für vielfältige soziale Kontakte und außerschulische Erfahrungen zu lassen. Dafür müssen wir Erwachsenen sorgen. Viele Kinder haben Ängste und andere psychische Beschwerden entwickelt. Das Letzte was sie jetzt brauchen, ist der Druck, ganz schnell ganz viel Schulstoff aufholen zu müssen.“

Auch Eltern und Lehrkräfte sollten sich freimachen von der Vorstellung, den Schüler*innen nun möglichst schnell den verpassten Lernstoff nahebringen zu müssen. Vielmehr ist es in Anbetracht der durch die Pandemie sichtbar gewordenen Versäumnisse wichtig, gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen neue, zukunftsorientiertere Bildungsansätze zu entwickeln. Dies haben auch die jugendlichen Expert*innen aus dem Projekt „Fragt uns 2.0“ der Bertelsmann Stiftung gefordert. „Dafür braucht es entschieden mehr Zeit und Gelassenheit“, so Bujard weiter.

Der Zeithorizont des Aufholpakets greift aus Sicht der eaf zu kurz, die Folgen der Corona-Krise werden auch über das Jahr 2022 hinaus zu spüren sein. Die Familien haben die Hauptlast der Pandemie getragen und sind weit über ihre Belastungsgrenze hinaus gegangen. Eltern und Kinder benötigen deshalb langfristig finanziell abgesicherte Strukturen mit ausreichend personellen Ressourcen, bei denen sie Unterstützung finden können. Schulpsycholog*innen und Schulsozialarbeit für die Schüler*innen sind dabei genauso wichtig wie Angebote der Familienberatung, Familienbildung und Familienerholung für die Eltern bzw. die gesamte Familie.

Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf) ist der familienpolitische Dachverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Interessen der Evangelischen Familienbildung werden in der eaf vom Forum Familienbildung vertreten.

 

03. April 2024 Menschen ohne Internet nicht ausschließen

BAGSO kritisiert Digitalisierungsstrategie der Deutschen Bahn

mehr
08. März 2024 Inklusionspreis

Kirche inklusiv gestalten

Vielfalt - Leben wahrnehmen und einbeziehen!

mehr
07. März 2024 Inklusionspreis 2024

Kirche inklusiv gestalten

Bewerbungsschluss: 1. Juni 2024

mehr
29. Januar 2024 Ja zur Demokratie und Vielfalt!

Junge Nordkirche steht auf für Respekt und Menschenrechte.

mehr
22. Januar 2024 Gegen Einsamkeit - Gemeinschaft stiften

Sieben Möglichkeiten, sich zu verabreden

Postkarten zum Mitnehmen, Weitergeben und Verschicken

mehr
12. Januar 2024 Familienbildung politisch stärken und finanziell absichern!

eaf Pressemitteilung vom 19.01.2024

mehr
08. Januar 2024 Einsamkeit begegnen

Im Vorfeld der Online-Fachtagung "einsamSein", die die Nordkirche am 30. Januar 2024 veranstaltet, greift die Evangelischen Zeitung das Thema auf.

mehr
18. Dezember 2023 Strategie gegen Einsamkeit in Deutschland

Die Bundesregierung beschließt 111 Maßnahmen gegen Einsamkeit

mehr
11. Dezember 2023 Förderung des Ehrenamtes ist Förderung der Demokratie

eaf Pressemitteilung vom 05.12.2023

mehr