25. November 2025

KlimaSail Törn Süderlügumer Kirchengemeinde

Vom 31. Juli bis zum 7. August 2025 segelte die Kirchengemeinde Süderlügum mit einigen jungen Menschen auf einem KlimaSail-Törn auf dem 116 Jahre alten See-Ewer Amazone von Kiel über Dänemark nach Rostock. Hier geht's zum Bericht...

Als wir am Donnerstagabend im Germaniahafen Kiel an Bord gingen, wurde das alte Plattbodenschiff Amazone nun unser Zuhause für eine Woche. Am Freitagmorgen ging es los, bei schönstem Wetter segelten wir aus der Kieler Förde hinaus in Richtung der dänischen Insel Langeland.

Es war eine turbulente Woche, mit Abwettern im Hafen, viel Wind, Regen und Wellengang. Wir spürten die Kraft der Natur, umgeben von einem einzigartigen und schützenswerten Ökosystem, und lernten dadurch auch, uns auf unser hochseetaugliches Segelschiff und uns als Gruppe zu verlassen. Während einige durch Seekrankheit ausgeknockt waren, wuppten andere die Küche oder halfen bei den Manövern und sich gegenseitig bei Laune zu halten. In dieser Zeit haben wir das Leben auf und mit dem Meer mit all seinen Herausforderungen kennengelernt und wurden als „Entschädigung“ mit wunderschönen Regenbögen über offshore-Windparks und mit Sonne, die sich ihren Weg durch die Wolken brach, belohnt.

©KGSuederluegum

Wir lernten viel über die Klimakrise, wie es überhaupt durch das menschliche Handeln so weit kommen konnte und was die weltweiten Auswirkungen sind. Mit einem Weltverteilspiel wurde uns deutlich, wie eng die Klimakrise auch mit der globalen Gerechtigkeit zusammenhängt und Ungerechtigkeiten verstärkt, vor allem dort, wo es jetzt schon viele Probleme gibt und Menschen unter schlechten Lebensbedingungen leiden. Auch wurde uns klar, dass gerade die Menschen in Machtpositionen und Regierungen im globalen Norden Verantwortung übernehmen und endlich handeln müssen, damit wir alle eine gute Zukunft erleben können.
Außerdem setzten wir uns kreativ mit unseren Zukunftsvorstellungen auseinander, überlegten, was uns wichtig ist und wie wir unseren Beitrag leisten können, um ein gutes Leben für alle auf dieser Welt zu ermöglichen. Wir beschäftigten uns auch mit bereits laufenden Projekten, die zeigen, dass Veränderungen möglich sind, und mit Aktivist*innen, die sich oft schon als junge Menschen für den Schutz unserer Lebensgrundlagen engagierten.

Ein Highlight für viele war auch der Meeresbiologie-Tag, an dem wir in einer Bucht vor Anker gingen und vom Schiff schnorcheln gingen und dabei das Meer entdeckten, Wasserproben nahmen und mit einem Bodengreifer neugierig Schlamm und alles, was darin lebte, an Deck zogen. Anschließend konnten wir unsere gefundenen Lebewesen unter einem Mikroskop anschauen, Wassertests durchführen, Arten bestimmen und vieles mehr über das Ökosystem Ostsee lernen, welches uns diese Reise ermöglichte. Wir lernten auch, wie ein Segelschiff funktioniert, wie Manöver gefahren werden und wann „all hands on deck“ gebraucht werden. Zwischendurch gab es auch die Zeit, sich mit Hafenbüchern, Seekarten und Flaggen auseinanderzusetzen und der Crew Löcher in den Bauch zu fragen. Es war spannend zu lernen, was neben Segelsetzen und Steuern noch so alles zum Segeln dazugehört.

Als wir in unserem Zielhafen Rostock ankamen, lief gerade die Hanse Sail, die als größtes jährliches Zusammentreffen von Traditionsseglern weltweit gilt und wo auch die Amazone nach unserem Törn teilnahm. Wir konnten zum krönenden Abschluss unseres Segeltörns bei festlicher Atmosphäre viele verschiedene Traditionssegelschiffe bestaunen und unser Schiff wurden ebenso von anderen fasziniert beobachtet.

Am Ende dieses Erlebnisses zog jede*r ein persönliches Fazit, was jedoch klar wurde: sich vegetarisch oder sogar vegan ernähren ist gar nicht schlimm und kann echt gut sein, man braucht keine Angst vor Quallen zu haben und seine Ferien auf einem Segelschiff zu verbringen und dabei viele neue Dinge übers Segeln, Klima und die Umwelt zu lernen, kann echt spaßig sein!

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